Im Februar 2012 wurde in der Fachzeitschrift Anaesthesia ein Artikel veröffentlicht, der mittels statistischer Methoden gefälschte Daten aufdeckt.

Der britische Anästhesist John Carlisle hat dazu 168 Studien eines Autors (Fujii) untersucht. Die Studien wurden zwischen 1991 und 2011 publiziert und zeigten ungewöhnlich konsistente Messwerte. Ziel der Arbeit vom Carlisle war es zu untersuchen, ob diese Konsistenz in den Messwerten auf echten (also zufälligen) Daten beruhen kann oder nicht. Dazu verglich er die Verteilung der publizierten Werte mit Verteilungen, die man durch Zufall erwarten würde. Es stellte sich heraus, dass 28 der beschriebenen 33 Variablen signifikant vom Zufallsmodell abweichen, darunter z.B. Gewicht, Alter, Operationsdauer oder Nebenwirkungen. Die Daten waren also offensichtlich frei erfunden.

Bereits in einer früheren Untersuchung sorgten die Studien Fujiis für Bedenken, als Peter Kranke und Mitautoren z.B. ungewöhnlich gleichbleibende Kopfschmerzraten in den Studien beobachteten. Damals hatten diese Untersuchungen noch keine Folgen. Durch die neue Studie von John Carlisle aber kam der Stein ins Rollen und die Fachzeitschriften zogen 193 Studien von Fujii zurück.

In jeder medizinischen Studien wird Statistik verwendet, z.B. um die Wirksamkeit eines Medikaments zu zeigen. In diesem Fall konnte mit ihrer Hilfe Wissenschaftsbetrug in der Medizin nachgewiesen werden. Das ist vielleicht ein ungewöhnliches, aber dennoch ein schönes Beispiel, wie Statistik unser Leben besser macht und passt gut zum Thema des Internationalen Jahrs der Statistik.

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