Ihr seid grade dabei eine Studie/Statistik zu planen und fragt euch nun welches Programm ihr am besten verwenden sollt – die Statistiksoftware SPSS oder R?

Das kommt ganz darauf an wie ihr so „tickt“!

SPSS®

Viele bevorzugen aufgrund des GUI (grafical unser interface) das Statistikprogramm SPSS®, da dieses durch diverse Hilfestellungen und eine einfache Bedienbarkeit aufgrund des GUI überzeugt (siehe Abbildung). Es zählt zu einem der am stärksten verbreiteten Statistik-Programme und wird vorallem in den Sozialwissenschaften und der Psychologie verwendet.

Screenshot SPSS

Pro:

  • Leicht zu erlernen
  • automatisierte Auswertungen (geringere Methodenkenntnis)
  • Umfangreiche Literatur vorhanden
  • Durch Module erweiterbar
  • zusätzliche Ausgabe mit Syntax
  • Versionen für Windows und MacOS

Contra:

  • Updates lediglich nach 12 Monaten
  • Problematik der Integrierbarkeit in andere Anwendungen
  • keine intuitiven Änderungen möglich

Lizenzmodell:

IBM bietet verschiedenste Lizenstypen an, Beginnend mit einem Basispaket bis zu Vollversion. Diese Lizensen sind allerdings sehr teuer und nicht unter ca. 1500€ pro Jahr zu bekommen.Für Studierende gibt es günstigere Lizenzen (ca. 70 €) die meist an den Universitäten, mit fester Laufzeit von einem Jahr zum Download zu verfügung stehen. Wer allerdings nach der Universität mit dem Programm weiterarbeiten will, muss entweder zur teuren Variante umschwänken, oder sich in ein anderes Programm einarbeiten.

R

R ist hingegen ein Source-Statistik-Programm. Es kann durch Pakete beliebig erweitert werden.R-Applikationen lassen sich über Shiny auch direkt interaktiv im Web nutzen. R wird von vielen Nutzern zunächst als schwierig empfunden,da es durch die Befehlsprache sehr kompliziert aussieht und auch Methodenkenntnisse voraussetzt. Nach einer kurzen Einlernphase und vorallem durch die Verwendung von R Studio kann man dem aber gut entgegenwirken. Folgende Abbildung zeigt ein Berechnung in R Studio.

Screenshot R Studio

Pro:

  • aktuelle Implementierung neuer statistischer Methoden
  • große Anzahl an Paketen, die kontinuierlich durch Entwickler-Community aktualisiert werden
  • Sehr gut Integrierbarkeit in andere Anwendungen
  • Große Anzahl an Hilfe-Tools
  • rießige Online Community
  • flexible Befehlsprache
  • Analyseschritte, Ausgabe individuell anpassbar
  • Version für alle gängigen Betriebssysteme anwendbar
  • kostenlose Version

Contra:

  • Längere Einarbeitungszeit in die R-Befehle
  • Pakete zum teil noch nicht ausgereift
  • Methodenkenntnis ERFORDERLICH

Lizenzmodell:

R gibt es als General Public License und es ist demnach kostenlos.

Fazit:

Ihr solltet euch aufgrund eurer Bedürfnisse und auch Stärken, bzw. Schwächen entscheiden. Legt Ihr eher Wert auf Bedienbarkeit und Ihr habt einen Hochschulzugang, dann wählt SPSS®. Sucht Ihr allerdings nach einem längerfristigerem Programm außerhalb der Universität, so würde ich eher zu R tendieren. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass es neben diesen beiden noch einige andere Programme, wie z.B. Statistica, SAS oder STATA gibt, die sich ebenfalls gut zur Datenanalyse eignen.

 

Ich bin Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der FHWS und habe zuvor ein Studium der Empirischen Bildungsforschung und der Sonderpädagogik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg absolviert. Statistik begeistert mich! Besonders die freie Statistiksoftware R hat es mir angetan. Deshalb schreibe ich hier ab und zu im Blog von Statistik & Beratung kleine Beiträge zu Statistikthemen und deren Umsetzung in R. Ich freue mich auf euer Feedback und eure Kommentare!

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